Klimatenkarten

Skizze des Kartentyps

Die Klimatenkarten sind eine Sonderform der Zonenkarten. Wie diese beruhen sie auf den Erkenntnissen der griechischen Wissenschaft, gehen von der Kugelgestalt der Erde aus und sind in der Regel gesüdet oder genordet. Charakteristisch ist auch hier die enge Bindung an ein naturwissenschaftliches Umfeld.

Im Gegensatz zu den Zonenkarten untergliedern sie jedoch nur die Ökumene in sieben statt fünf Klimazonen. Dabei bezeichnet "Klima" - angemessen durch "Breite" übersetzt - "einen Landstrich, dessen Teile den gleichen Neigungswinkel der einfallenden Sonnenstrahlen gegen den Horizont aufwiesen und somit alle unter gleicher `Breite´ lagen." (31) Außerdem differiert die Dauer des längsten Tages in den einzelnen Klimata jeweils um eine halbe Stunde.

Die Klimatenkarten, die in der Antike sowie in der syrischen und der arabischen Welt weite Verbreitung gefunden haben, sind eine absolute Ausnahmeerscheinung unter den mittelalterlichen Karten, denn die enge Verknüpfung dieser Karten mit astrologischen Fragen und der Kugelgestalt der Erde bereitete im Mittelalter Probleme.

So sind bis zum Ende des 15. Jahrhunderts nur vier Karten nachzuweisen:

  • Die des Petrus Alphonsus (Abb.),
  • die des Johann von Wallingford (Abb.),
  • die des Johannes de Sacro Bosco , und
  • die des Petrus Alliacus .