Die
mittelalterliche Universalkartographie, kurz die
Mappae
Mundi (Weltkarten), bildete den Ausgangspunkt der
gesamten europäischen
(19) Kartographie der
damaligen Zeit.
Dabei
handelt es sich bei den Mappae Mundi um eine Kartenform, die zwar
gegen andere Kartentypen abgeschlossen ist und diese z. T.
ausgrenzt, die jedoch intern gespalten ist in zwei verschiedene
Schemata:
Zum
einen gibt es die Zonenkarten
zugrunde liegt: Zwei sich rechtwinklig schneidende Ozeanringe un
einschließlich ihrer Sonderform, der
Klimatenkarten. Als Alternativtyp entwickelte sich unter
Mitwirkung der Kirchenväter die
T-O-Karten, auch
Rad-Karte genannt.
Diese
beiden Schemata schlossen sich nicht gegenseitig aus, sondern
existierten nebeneinander - sogar Mischformen
(Beatus-Karten)
sind überliefert. Unabhängig von allen Unterschieden
zeichnen sich alle diese mittelalterlichen Karten durch zwei
Gemeinsamkeit aus:
- Sie
alle sind in einen vorgegebenen Rahmen eingezeichnet, also
von vornherein begrenzt und nicht ergänzbar
(20). Der Rahmen,
der weiträumig oder eng mit Informationen, Legenden und
Mythen zu füllen ist, bestimmte also den Inhalt.
- Die
mittelalterlichen Weltkarten stellen eine Art Geschichtsgemälde(21)
dar, welches die Orte und Geschehnisse von der Schöpfung bis
zum Jüngsten Gericht umfaßt. Sie erläutern das
Heilsgeschehen, geben aber nur wenige physikalische und keine
politische Informationen (22).
Diese beiden Punkte belegt
u.a. der Katalanische
Atlas (Abb.)des
Abraham Cresques
(23), der definiert: "Mapa
mondi besagt dasselbe wie Bild (ymage) der Welt und ihrer
verschiedenen Alter (edad), der verschiedenen Regionen, die es auf
der Erde gibt, und der verschiedenen Arten von Völkern, die sie
bewohnen." (24)