Der Typ
der Regionalkarte spielte bis ins späte Mittelalter
hinein nur eine geringe Rolle und trat im Vergleich
zur Häufigkeit der Mappae
Mundi zahlenmäßig kaum in Erscheinung.
Dieses
lag darin begründet, daß der Nutzen der vorrangig praxisorientierten
Regionalkarten erst zu Beginn der Neuzeit erkannt wurde. Zu
dieser Zeit rückte man ab von den z. T. rein weltanschaulichen
(christlichen) Weltkarten und anderen Kartentypen, die
- die veränderten
Bedingungen ihrer Umwelt nicht berücksichtigten und
- weder
praktische Orientierungshilfen für Reisende und Pilger sein
- noch
Verwaltungszwecken dienen konnten und sollten.
(32)
Durch
die Herausbildung von Landesherrschaften
(33) besann man sich
nun wieder auf den praktischen Nutzen von Karten und stellte an
diese die Funktionalität betreffend neue Forderungen.
So wurden ab dem 15. Jahrhundert insbesondere Regionalkarten zur
- Abgrenzung von
Territorien und
- zur Verwaltung
derselben herangezogen und
- fanden schließlich
auch in Gerichtsprozessen - z.B. bezüglich lokaler
Grenzstreitigkeiten - Anwendung.
Trotzdem
waren die Regionalkarten auch vor dem 15. Jahrhundert relativ häufig
vertreten, nämlich in Form
Tabelle
einer Auswahl typischer Regionalkarten
Bildmaterial
zu den Regionalkarten