Beschreibung des Kartentyps

Auf der Basis der überkommenen Kugelvorstellung von der Erde, die der griechischen Tradition entstammt, teilen zwei sich rechtwinklig schneidende Ozeanringe - der Äquatorialozean und der polare Ozeangürtel - die Erdkugel in vier Teile. Auf diese Art entstehen vier Kontinente, von denen beim Übergang zur planigloben Darstellung nur zwei erkennbar sind.

Die Ökumene(25), bestehend aus den Erdteilen Asien, Europa und Afrika, wird auf einem dieser vier Kontinente, meist auf der nördlichen Halbkugel, von den anderen Landmasse durch für Menschen unüberwindliche Ozeanringe getrennt lokalisiert. In dieser Erdvorstellung nimmt die bewohnte Welt also nur ein Viertel der Gesamtfläche ein.

Ihren Namen erhielten die Zonenkarten durch die weitere Untergliederung der Erdkugel in fünf Klimazonen (in der nachfolgenden Reihenfolge von Nord nach Süd):

  • Eine nördliche polare Zone, die wegen der dort herrschenden Kälte als unbewohnbar angenommen wird;
  • eine nördliche gemäßigte Zone, die die Ökumene umfaßt;
  • eine Äquatorialzone, die auf Grund der dort herrschenden Hitze als unbewohnbar gilt;
  • eine südliche gemäßigte Zone, die zumindest theoretisch bewohnbar ist. Hier wird die Ökumene der Antipoden/ Antoiken (26)angenommen;
  • eine südliche polare Zone, die wie die nördliche Polarzone als unbewohnbar gilt.

Die Zonenkarten lagen nach griechischer Tradition meist genordet oder gesüdet vor, jedoch ist gelegentlich auch die Ostung für diesen Kartentyp geläufig.

Die Karten weisen einen Durchmesser von 8 bis 14 cm auf, was dem maximalen Format einer doppelten Buchseite entspricht. Dieses hat seine Ursache darin, daß die Zonenkarten meist in Codices (27) als erläuternde Skizzen eingebunden sind. Dementsprechend weisen sie eine eingeschränkte Nomenklatur auf und sind eng an die Formulierungen des umgebenden Textes gebunden.

Insgesamt, d.h. auch für den Bereich der Ökumene, beschränken sich diese Karten auf Grundaussagen. Ein differenzierte Abbildung ist nicht Ziel der Zonenkarten.

Zurück