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  Stand: 25/10/00

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Weltkarten und Mobilität

Unterscheidet sich das, was heute Manager und Globetrotter "umtreibt", von dem, was Kaufleute und Wallfahrer im Mittelalter mobilisierte? Sie waren mobil und mußten es aus beruflichen oder weltanschaulichen Gründen auch sein. Mobilität ist also nicht neu, aber aktuell - wie beispielsweise die Expo 2000 und die jüngst in der ZEIT (32-36/2000) erschienene Serie zum Thema Individualität zeigen.

Mobilität, ob zeitlich begrenzt oder nicht, ist zunächst die Aufgabe des Vertrauten zugunsten einer neuen Umgebung, neuer Menschen, Kulturen und Perspektiven.

Das Bekannte hinter sich zu lassen kann sowohl bedrohlich oder riskant als auch reizvoll erscheinen. Viele sehen darin gar die Grundvoraussetzung für Fortschritt, weshalb in unserer heutigen Gesellschaft die flexible Wahl des Arbeitsplatzes längst keine Frage mehr ist, sondern als Selbstverständlichkeit gilt: Der bisherige Lebenslauf, geprägt durch soziale Herkunft, Religion und Geschlecht, hat zugunsten einer individuellen Biographie ausgedient, in der der Mensch gefordert ist, seinen Lebenslauf selbst zu gestalten.

Die damaligen Möglichkeiten mobil zu sein unterschieden sich erheblich von den heutigen: Unbefestigte, bei Regen schlammige Wege, vereiste Bergpässe, schlechtes Schuhwerk und bestenfalls eine Kutsche ... Dennoch waren erstaunlich viele Menschen unterwegs: Der Hofstaat im Schlepptau des Königs, Kaufleute, Gesandte, Wallfahrer, Prediger, das fahrende Volk und Ritter. Den Reisenden halfen Land-, See- und Wegekarten sowie Reisebeschreibungen.

Es gab aber auch Karten wie die Ebstorfer Weltkarte aus dem 13. Jahrhundert, die sich wie eine Aufforderung zum Kreuzzug ins Heilige Land oder zur Wallfahrten lesen läßt.

Mittelalterliche Karten sind also Ausdruck verschiedener Formen von Mobilität, der weltanschaulichen und der kartographischen.

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