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  Stand: 25/10/00

Kartographie: Mittelalter          Seite 2/5          weiter

Mappa Mundi: Zonenkarten

1. Skizze 4. Verbreitung 7. Funktion/Zweck
2. Beschreibung 5. Quellenbasis 8. Entwicklungslinien
3. bekannte Beispiele 6. Inhalt 9. Weltanschauung

Die Zonen- und Klimatenkarten sind naturwissenschaftlich geprägten Welt-Karten, die auf der griechischen kartographischen Tradition beruhen. Trotz der planen Darstellungsweise der Welt liegen diesen Kartentypen im Ursprung die Vorstellung von der Erde als Kugel zugrunde.

1. Skizze

2. Beschreibung des Kartentyps

  • Auf der Basis der überkommenen Kugelvorstellung von der Erde, die der griechischen Tradition entstammt, teilen zwei sich rechtwinklig schneidende Ozeanringe - der Äquatorialozean und der polare Ozeangürtel - die Erdkugel in vier Teile. Auf diese Art entstehen vier Kontinente, von denen beim Übergang zur planigloben Darstellung nur zwei erkennbar sind.
    Die Ökumene, bestehend aus den Erdteilen Asien, Europa und Afrika, wird auf einem dieser vier Kontinente, meist auf der nördlichen Halbkugel, von den anderen Landmasse durch für Menschen unüberwindliche Ozeanringe getrennt lokalisiert. In dieser Erdvorstellung nimmt die bewohnte Welt also nur ein Viertel der Gesamtfläche ein.
    Ihren Namen erhielten die Zonenkarten durch die weitere Untergliederung der Erdkugel in fünf Klimazonen (in der nachfolgenden Reihenfolge von Nord nach Süd):

    1. Eine nördliche polare Zone, die wegen der dort herrschenden Kälte als unbewohnbar angenommen wird;

    2. eine nördliche gemäßigte Zone, die die Ökumene umfaßt;

    3. eine Äquatorialzone, die auf Grund der dort herrschenden Hitze als unbewohnbar gilt;

    4. eine südliche gemäßigte Zone, die zumindest theoretisch bewohnbar ist. Hier wird die Ökumene der Antipoden/ Antoiken angenommen;

    5. eine südliche polare Zone, die wie die nördliche Polarzone als unbewohnbar gilt.

    Die Zonenkarten lagen nach griechischer Tradition meist genordet oder gesüdet vor, jedoch ist gelegentlich auch die Ostung für diesen Kartentyp geläufig.

    Die Karten weisen einen Durchmesser von 8 bis 14 cm auf, was dem maximalen Format einer doppelten Buchseite entspricht. Dieses hat seine Ursache darin, daß die Zonenkarten meist in Codices als erläuternde Skizzen eingebunden sind. Dementsprechend weisen sie eine eingeschränkte Nomenklatur auf und sind eng an die Formulierungen des umgebenden Textes gebunden.

    Insgesamt, d.h. auch für den Bereich der Ökumene, beschränken sich diese Karten auf Grundaussagen. Ein differenzierte Abbildung ist nicht Ziel der Zonenkarten.

    3. Typische Beispiele

  • noch ranschaffen (Kliege, S. 31)

  • 4. Verbreitung und Qualität und Hochzeit des Kartentyps

  • Die größte Verbreitung haben die Zonenkarten im Hochmittelalter, da zu dieser Zeit u.a. durch arabische Einflüsse die Erweiterung des geistigen Horizontes einsetzte und das Interesse an einer naturwissenschaftlichen Betätigung und Beschäftigung mit der Welt/ Erde einsetzte.

    1. Zahlenmäßig stehen die Zonenkarten mit ihrem naturwissenschaftlichen Hintergrund und Ansatz jedoch weit hinter den Mappae Mundi im T-O-Schema (LINK) zurück.

       

      5. Quellenbasis und Produktion 

       

    2.  

      D
    3. Quellenbasis, Hersteller und Auftraggeber der Karten

    4. Die planiglobe Darstellungsweise der Zonenkarten basiert auf dem Globusmodell des Krates von Mallos (LINK) und wurde im Mittelalter durch die Schulautoren Martianus Capella und Macrobius vermittelt.

      Vor allem die Commentarii in somnium Scipionis des Macrobius, die in Form von Handschriften vom 11. bis zum 13. Jahrhundert als Schulbuch weite Verbreitung fanden, lieferten dem Mittelalter wichtige Erkenntnisse über die (antike) Kosmologie und sind der Ursprung eines Großteils der mittelalterlichen Zonenkarten.

    5. Art und Inhalt der Darstellung

      Der Inhalt der Darstellung beschränkt sich auf eine grobe und wenig detaillierte oder differenzierte Abbildung der Welt - dieses gebietet allein schon der geringe Durchmesser (8-14 cm) der Weltkarten. Darüber hinaus blieben die Zonenkarten meist frei von theologischen Elementen, wie heilsgeschichtliche Darstellungen und Erwägungen, insbesondere da das literarische Umfeld der Zonenkarten naturwissenschaftlich fundierte Werke und Enzyklopädien bildeten, zu deren Verdeutlichung sie dienen.

       

      5. Funktion und Zweck

    6. Zonenkarten sind in wissenschaftliche Werke und Enzyklopädien als erläuternde Skizzen eingebunden. Ziel ist eine grobe Übersicht über die Unterteilung der Erde in die vier Kontinente und die fünf Klimazonen zu rein wissenschaftlichen Zwecken und zur Verdeutlichung eines naturwissenschaftlichen Textes. Ein differenzierte Abbildung der Welt (oder der Ökumene im Speziellen) ist nicht Ziel der Zonenkarten.

    1. Entwicklungslinien (Veränderungen der Charakteristika typintern und im gesamten Kontext)

      Die Zonenkarten sind auf die antike Klimazonenlehre und das Globusmodell des Krates von Mallos (LINK) zurückzuführen.

    2. Welches Weltbild wird vermittelt (nur mappa mundi)?

    Die Zonenkarten vermitteln tendenziell kein Weltbild verstanden als Weltanschauung, da sie auf eine detaillierte Abbildung der Welt oder Ökumene verzichten und aus diesem Grund von den theologischen inhaltlichen Elementen wie der Darstellung der Heilsgeschichte, der Paradiesabbildung oder der Ostung, die die Mappae Mundi (LINK) auszeichnen, verschont blieben.

    Wenn überhaupt vermitteln die Zonenkarten eine relativ nüchterne, naturwissenschaftlich orientierte Sicht auf die Welt, die allerdings leicht durch die Nachteile der planigloben und schematischen Darstellungsweise der Erdkugel verzerrt wird: Es sind nur zwei der vier Kontinente zu sehen und die Erdkugel erscheint als Kreis.